Lieblingsempire

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Kopymag 2.5: The Bastard

“Is this the end? This is Kopymag Bastard 2.5 - Music makes the visuals come together!”, so der einprägsame Titel des Kopymag 2.5 Bastards. Dieser erscheint pünktlich zum End Pilot Festival und der Lieblingsempire Ausstellung und stellt beide Projekte mit ihren Bands und Künstlern näher vor. Mit dabei sind unter anderem Logh, Scraps Of Tape, Nils Frahm sowie die Illustratoren Tika, Daniel Stolle, Martina Hoffmann, Stefan Weyer und Juan Molinet. Das Kopymag wird ab sofort vielerorts in Erfurt als CD-Version ausliegen, gibt es aber auch hier zum Download. Ganz in digital und so.

Projektvorstellung: Lieblingsempire

Keine Richtung habe das Lieblingsempire und es wäre ein wild zusammengewürfeltes Team, wurde uns in einem Interview vorgehalten. Wir sagen: Danke für das Kompliment! Konzipierte Konzeptlosigkeit muss das Motto sein, schrieb der gleiche Journalist später. Könnte sogar glatt ein Slogan sein. Es geht quasi um Kunst, um Musik, um irgendwas machen, was auch immer. Es geht um Web 2.0 und den Scheiß, aber auch um “etwas in den Händen halten”. Um alles. Und um nichts. Eigentlich aber nur darum, mit kreativen Leute zusammenzuarbeiten. Input für uns selbst. Der Rest passiert automatisch: Ein Fotokalender, zwei Illustrationskalender mit großen und kleinen Künstlern aus Tokio, New York, Rio de Janeiro oder einem Dorf in Sachsen. Hinzu kommen: Frust, abgebrochene Videoproduktionen, unveröffentlichte Fotobücher und überzogene Konten. Merke: Alles kann, nichts muss.

Projektvorstellung: End Pilot Festival

Die Bezeichnung Festival … taugt gerade für den Flugschreiber. Der End Pilot ist ein süßlich schmeckender, verschwitzter Konzertmarathon - an einem Abend, auf drei Etagen, 10 Bands, DJ‘s, dazwischen ein kleines Treppenhaus, Farben und Details. Der End Pilot ist die Akkumulation von Kontrasten und Menschen, von Elektro, Pop und Post Metal, Film und echtem Sex in Sprachbildern. Und das im schlimmsten Klub den Erfurt bietet. Fast vierstellig ist die Zahl der Menschen, die sich dieses Jahr wieder in Erfurt einfinden, bunt gemischt, nur vereint durch ihr Interesse an Musik, die eine besondere Leuchtkraft besitzt. Der End Pilot ist ein Gefühl und ein Geschmack. Und er ist Kreuzungspunkt von Meinungen. Ihn kann niemand aufhalten, denn er will nirgendwo ankommen.

Download unter:

Lieblingsempire Ausstellung 2009

Manchmal kommt alles zusammen. Und wenn es dann noch in Erfurts schlimmstem Club - dem Centrum - stattfindet, kann das nichts Gutes heißen. Außer alle 8 kulturinteressierten Einwohner, die aus gutem Grund längst geflüchtet sind, vereinen sich noch einmal für den guten Zweck und schenken Erfurt das, was es im Herzen auch verdient hat - das End Pilot Festival & die Lieblingsempire Ausstellung. An einem Abend, in einem Club, aus einem Guss und zu einem Preis. Einem Spottpreis! So banal die Idee, so klar nämlich die Mission: Das eigentlich nie ernst gemeinte Motto unseres Kalenders 2009 - Musik makes the people come together – muss in die Tat umgesetzt werden. Musik, Kunst und Menschen, das gehört einfach zusammen! Der Ansicht waren auch die Freunde des End Pilot Festivals. 6 Monate und 10 Stunden später lassen wir Namen sprechen, tiefsinnige Beweggründe gibt es eh meist nicht. Auf geht’s!

Die Ausstellung

Eine Gemeinschaftsausstellung mit allen Lieblingsempire-Künstlern: Tika (Switzerland), Gözde Ilkin (Turkey), FRM-kid (Poland), *eatyourcarrots (Argentina), Mayo (United Kingdom), Daniel Stolle (Finland), elkokoparrilla (Spain), Bastian Sobtzick (Germany), Piktorama (Venezuela), Robert Hunter (United Kingdom), Frau Grau (Germany), Seldon Hunt (Australia), Fontaine Anderson (Australia), Juan Molinet (Argentina), ekiem™ (France), Benjamin Bingus (United Kingdom), Matt Lee (United Kingdom), Ken Garduno (USA), Mr. Kern (France), Yves Saliou (France), Sket One (USA), Naoshi (Japan), Kev Munday (United Kingdom), Stefan Weyer (Germany), Kheira Linder (Germany), Jonathan Rodriguez (USA), Martina Hoffmann (Germany)

Das Festival

Gitarren und Beats von: Logh (Sweden), Peter Broderick (USA), Scraps of Tape (Sweden), Kangding Ray (France), Erik Enocksson (Sweden), Ter Haar (Germany), Cedarwell (USA), Nils Frahm (Germany), Captain Capa (Germany), Seconds In Formaldehyde (Germany), Aucan (Italy), Bodh Gaya (Germany)

Das Wann und Wo

11. April 2009 in Erfurt, im Club Centrum

End Pilot Festival 2009: Die Bands

LOGH (Schweden)

Logh. Sind erst das aufgeregte, das tiefe Kribbeln. Dann schleichen sie sich in dich hinein und pressen sich auf einmal wie eine fiebrige Erinnerung gegen deine Magenwand! Sie sind der Moment, den du gerne umgekippt hättest, den du als ein Anderer neu und voller Klarheit erlebst. Ein Moment Wahrheit. Sie taumeln unbescholten über die Klippe, weil sie es ernst meinen. Todernst. Sie sind nicht konstruiert, aber durchdacht. Logh… sind die Untertreibung von Größe.

KANGDING RAY (Frankreich)

Kanding Ray ist unzählige weiche Schnittwunden, die sein Frequenzrauschen im Raum hinterlässt. Lichter gehen an und du bist auf einmal gefangen in einem Nebel aus entspannter Gefährlichkeit, als ob du einer gewaltigen Maschine zusiehst, die sich jederzeit drehen könnte und dich zermalmen. Alles vibriert, du ziehst die Kapuze hoch, oben im Führerhaus singt jemand eine Warnung. Egal, sogar das klingt faszinierend. Ist Detail der Maschine. So soll es sein, denkst du, und versinkst hoffnungslos verloren im Beat.

SCRAPS OF TAPE (Schweden)

Hochjauchzend die Schwere fassen, irrig entfremden und sich gegen die Mauern werfen! Ja, dieses bröckelige, staubige Hinderniss niederreiten und die Illusion überwinden, ihr nicht auferliegen. Kratzen, schaben, schaufeln, das Alte weit hinter sich werfen, in die Fläche zurück. Alles kommt! Mit artifiziell wirkenden Gitarren und anklagendem Gesang, aus Schweden. Scraps of Tape, mit dem Gewicht eines neuen Albums auf den Schultern, dem Grand Letdown.

TER HAAR (Deutschland)

»So keep asking yourself: what are your plans for today? There are so many ways, but yet too many old faces! Fucked up faces, really fucked up faces! You’re not insane - it’s the difference they make, between weirdos and guys, who’ve got balls instead of eyes!« Noch Fragen? Ok, die Antworten: Ter Haar, Sinnbus, drei Mann, tanzbar wie Schmitz Katze unterm Sofa auf Speed, vertrackt, blutjung, scheißgut und so Berlin, dass jedes Schmutzwort cool klingt.

ERIK ENOCKSSON* (Schweden)
*mit einem Screening “Skinnskatteberg”

Die Welt von Erik Enocksson ist knarzig. Sie ist ertastbar und klein, mit beängstigend überschaubar vielen dunklen Ecken. Von dort tropft das Leben quer durch den Raum, es trippelt auf Eriks Stuhl, der lautstark altes Holz atmet. In seiner Welt ist kein Platz für eine Bühne oder ein Publikum. Aber sie hat ein kleines Fenster. Wir stellen uns davor und drücken uns die Nase platt, starren einfach hinein. Erik Enocksson kann, für sich, uns ergreifen. Für uns spielen kann er nicht.

NILS FRAHM (Deutschland)

Man braucht schon ein bisschen, um Herrn Frahm in all dem Berliner Musikwirrwarr zu finden. Den jungen Mann der sich setzt, dich anzuschauen scheint und dann gefederte Holzklöppel trippelnd gegen Synapsen schlagen lässt. Plötzlich bist du im Hier und Jetzt, bei deinem Freund Nils, und er versteht dich - um sein eigenes Werk irgendwie zu deinem zu machen. Klaviersoli sind ja sowieso die beste monotheistische Musik. Da muss man eigentlich nicht weiter schreiben.

PETER BRODERICK (USA)

»I’m not at home, i have no instruments, no instruments! I’m using yours, i’m throwing pillows on the floor!« Wenn jemand etwas von Heimat versteht, dann Peter Broderick. So umtriebig, so schön abgedreht, so in seine großartigen Loops aus Tasten und Saiten versunken… Aber wenn er den Mund aufmacht, dann spricht die wärmende Vergangenheit und die Zukunft zu dir, die sich auf die baldige Heimkehr freut. Peter Broderick ist nicht daheim, er ist unser Zuhause.

CEDARWELL (USA)

Erik Neave aus Wisconsin ist Cedarwell. Ist eine Band, sagt er selbst. Ist einfach da, sagen wir. Präsenz hat er, aber nimmt den eingenommen Raum nicht weg, nur für sich ein. Er lässt andere und anderes zu. Er ist Sympathie und Empathie. Er stampft dann zwischendurch aber auch immer mal mit dem Fuss ziemlich auf die Bühne. Und wird laut, wird intensiv! Er fegt alles weg, und macht Platz für das was da ist.

AUCAN (Italien)

Wo Post Rock rostige Pocken ansetzt, da kommen Aucan mit neonfarbenen Industrielasern und blasen die alte Schlacke klickgenau vom Stahlgewand. Diese hyperaktiven Italiener zerhacken den schiefen Turm von Pisa und bauen ihn über grünlich reflektierendem Wasser wieder auf, dreimal so hoch und skelettartig, mit Spiegelflächen auf denen Funken herabregnen und riesigen Metallwänden die rot, gelbgrün und grau glühend den alten Sandstein bestrahlen.

CAPTAIN CAPA (Deutschland)

Wir haben schonmal was über Captain Capa geschrieben: »Eine Stimme zwischen Bloc Party und diesem Fuzzi mit der Flagge auf’m Dach vor zwei Jahren auf MTV. Beats und Quietschs und Schweiß. Ein Drama in der Pampa.« Aber jetzt mal ehrlich. Eigentlich macht die Jungs mehr aus als fesches Druckluftgeballer. Hier stehen einfach zwei unterhaltsame Charakterköpfe mit Stil und hauen dir eine dicke Sause aus Ideen um den Kopf, bis du umfällst.

BODH GAYA (Deutschland)

Bodh Gaya sind das Beste was Erfurt seit langem hervorgebracht hat. Sie sind knallhart, blank und volles Risiko. Sich selbst aussetzen, nicht wissen ob man es durchhält, nach dem zehnminütigen Opener plötzlich merken, dass man aus dem Mitnicken in ein meditatives Gegendiewandschlagen übergegangen ist. Als ob man während einer Kaskade von Stiefeltritten einfach abschaltet. Kopf- und Albumprodukt eines Mannes. Als nächstes: Live und zu dritt. Wird auch Zeit.

SECONDS IN FORMALDEHYDE (Deutschland)

Geduld und Ruhe sind Eigenschaften, die Seconds in Formaldehyde wohl immer bedingen wird. Hinter den gewaltigen, dichten Flächen und sanften Landschaften, von Wasser und metaphysisch wirkenden Störungen schon leicht erodiert, steht ein junger Mann namens Martin Fuhs, der offensichtlich sehr für seine Musik und ihre Integrität kämpft. Die Sperrigkeit von seinen handgemachten Drones verlangt aber auch danach. Wer sich allerdings bewusst auf ihn einlässt, der findet in seiner Musik genug Raum um eigene Bilder zu entwickeln. Und das ist mit das Größte, was Musik leisten kann.

© End Pilot Festival

Lieblingsempire & End Pilot & Kopymag

Action makes the people come together: Ob Musik, illustrative Kunst oder technische Grenzüberschreitung bei der Konzeptionsfindung in den ach so abgelutschten neuen Medien, am Ende geht es immer um eins: Sich auf- und zusammenraffen. Denn Ideen, die sich nicht vermitteln, nennt man auch Träume. Nicht dass gegen solche etwas einzuwenden wäre, aber echte Emotionen kommen niemals aus dem Schlaf der Gerechten. Und genau deswegen haben sich das Kopymag, das End Pilot Festival aus Erfurt und das Lieblingsempire quasi zu einem Großen zusammengeschlossen, auf dass sich ihre Inhalte gegenseitig stützen, in Frage stellen und ergänzen. Das Ergebnis: Ein Magazin, eine Ausstellung, ein Musikfestival und tausende Leute. Die große Show gibt es am 11. April 2009 im Club Centrum in Erfurt. Manchmal kommt eben alles zusammen!

Näheres bald unter:

Interview with Daniel Stolle

(December 2008)

At first please introduce yourself with two or three sentences.

My name is Daniel Stolle, I am an illustrator. I was born in Germany and nowadays I am living in Finland.

In which moment did you figure out to become a designer?

I liked art in school and after school I thought it would be nice to combine art with something more practical, which I figured would be design. So I studied industrial design before becoming an illustrator.

How would you describe your work?

It looks like printmaking, but is drawn by hand into the computer.

What is the most important lesson you have learned?

I delivered advertisement sendings in Lahti, Finland, for two years. That sets things into perspective and makes me grateful for what I have now.

What inspires you in general?

These are very daily things, even at home in my own flat I see often things that I take a “mental note” of. Sometimes also simple body movements. Once I try to draw these “points of interest” it might lead to something completely different, more exciting. An example would be the CMYK hands, which started as just a hand study until I noticed my dirty hands from working with ink, so from there it went. Just the other day I saw this big man squeezed into this kind of three-wheeled car with a motorbike motor. That was great and worth a mental note.

What is your definition of good graphic design or a great illustration?

The definition of good — this depends so much on the context. Well, I think everybody notices when there is something that just kicks the right way. You think “This is just great” and this about as theoretical as I would want to go. Of course, with graphic design, where you often have to deliver very distinct information, there are a lot of useful things to know, when you are creating it, to make it more understandable and “good”.

What is more important in your work: the process or the product?

Product.

What drives you to continue in difficult or uninspired times?

I noticed that when I force myself to draw every day or at least constantly, things become much easier. Because you notice that you have good days and bad days, both inspiration- and crafts-wise. To only work on something when the inspiration hits you, might become a really depressing experience when you find it hitting on a day when you just cannot pull it off from the crafts-side.

Is the idea of creative collaboration important to you?

Yes, it is. I am also very happy that I was already able to work with some very skilled and dedicated writers, graphic designers and art directors.

How important are things like exhibitions, public presentations or press work to you?

I have not done very much shouting lately and I had the luxury that the most interesting stuff came from people who found me, not the other way round. I am very happy about that. So, please keep mailing and calling me all you interesting, interested people.

Do you have special creative challenges you want to try out in the next time?

I am working on a series of short comics at the moment. That is new to me. First of all it is amazing how much more work a comic drawer has, than an illustrator, just because of the quantity. And since there is not any text in the comic in this case, another challenge is to make sure the story is very clear to the reader.

Regarding the topic of the Calender 2009: What kind of music or which bands do you listen to?

At the moment I have a little love affair with weird early eighties, The Birthday Party, Einstürzende Neubauten, Laibach and so on. But for every day use there is also: Regina Spektor, The Knife, The Smiths, Stone Roses.

Finally, what is the biggest challenge in life?

Finding and even more so, articulating answers to questions like this. But is it still a challenge when you decide not to take it?

Cooperation: Daniel Stolle illustrated the the month of June at our Lieblingsempire Calendar 2009.

Interview with Piktorama

(December 2008)

At first please introduce yourself with two or three sentences.

My name is Amaranta and I’m an illustrator from Venezuela.

In which moment did you figure out to become a designer?

Well, I’m not really a designer, but I like to design … and it just happened. I didn’t really think about it.

How would you describe your work?

Magical, whimsical and funny.

What is the most important lesson you have learned?

Love what you do.

Who or what has been the greatest influence on your career?

Too many coloring books at a very early age.

What inspires you in general?

Life, love and chocolate.

What is your definition of good graphic design or a great illustration?

When it captures you and just makes you happy to look at it.

What is more important in your work: the process or the product?

The process and the product.

What drives you to continue in difficult or uninspired times?

The love for what I do.

What is the philosophy behind your work?

I don’t really have a philosophy. I just do my work, because I get inspired and just don’t think about it. I simply enjoy my work.

Is the idea of creative collaboration important to you?

Of course, it is. The results are always amazing.

How important are things like exhibitions, public presentations or press work to you?

Press work is important, if you want people to get to know you. Exhibitions are always a big challenge, but they will give you a great satisfaction afterwards.

Do you have special creative challenges you want to try out in the next time?

Yeah, I’m always looking for new things. I would love to do some installations, patterns for clothes or chocolate boxes.

Regarding the topic of the Calender 2009: What kind of music or which bands do you listen to?

I’m always listening to new things, but it really depends on the mood and what kind of work I’m doing. Currently I’m listening to The Whitest Boy Alive, José González, Yeah Yeah Yeahs and The Tings Tings. But one thing is for sure: I can’t work without music.

Which three other artists or creative people in general do you admire?

Takashi Murakami, Tim Biskup and Michel Gondry.

Finally, what is the biggest challenge in life?

To live it happily ever after.

Cooperation: Piktorama illustrated the the month of September at our Lieblingsempire Calendar 2009.

Deutschlandweite Shoptour

Weil Internet zwar schön, aber nicht jedermanns Sache ist, bringen wir den Lieblingsempire Kalender auf eine kleine exklusive Deutschlandtour durch ausgewählte Shops:

Einzelveranstaltungen:

06. Dezember 2008 - Karlsruhe, Weinerei Café Nun
Altes Sprichwort: Wer Schokolade nascht, kann auch Wein trinken. Dazu gute Musik, schönes Ambiente und den Lieblingsempire Kalender zum Anschauen, Anfassen und Abschleppen. Cheers!
www.nuncafe.de

06./07. Dezember 2008 - Hamburg, Holy Shit Shopping
Krawatten, Socken, den Eierbecher der Zukunft - und natürlich den Lieblingsempire Kalender. Im Ex-Karstadt verkaufen 133 Künstler und Designer ihre ausgefallenen Produkte. Holy shit!
www.holyshitshopping.de

13./14. Dezember 2008 - Karlsruhe, Hannafaktur
“T-Shirts, Kunst & Kinkerlitzchen 2″ Für alle Weihnachtsindividualisten gibt es hier viele handgemachte Sachen - natürlich auch unseren Lieblingsempire Kalender. Oh, du Fröhliche!
www.hannafaktur.de

Geschäfte:

Berlin

ebertundweber
Falckensteinstraße 44
10997 Berlin
www.ebertundweber.de

Hamburg

Ausnahme Verlag
Bahrenfelder Straße 7
22765 Hamburg
www.ausnahmeverlag.de

Mono Concept
Rosenhofstraße 5
20357 Hamburg
www.mono-concept.com

Düsseldorf

Mischwaren
Hoffeldstraße 46
40235 Düsseldorf
www.mischwaren.de

Karlsruhe

Titus
Akademiestraße 34
76133 Karlsruhe
www.titus.de

Köln

Motoki Kollektiv
Stammstrasse 32-34
50823 Köln
www.motoki-kollektiv.de

Lieblingsempire Calendar 2009

Die Queen of Pop hat immer Recht: Music makes the people come together. So auch beim Lieblingsempire Kalender 2009. Die gemeinsamen Interessen für Musik und Design wurden quasi zum Motto erhoben und heraus kamen 12 exklusive Monatsgrafiken von ganz unterschiedlichen Illustratoren aus der halben Welt. Dabei gleicht nichts dem anderen: Kein Stil dem folgenden, kein musikalisches Thema und kein Monat dem nächsten. Differenziert wie der Verlauf eines Jahres selbst sozusagen. Inhaltlich abgerundet wird der Kalender durch zwei detailverliebte Illustrationen, dem Cover und dem Flyer-Artwork. Doch damit nicht genug: Um die Grafiken gebührend in Szene zu setzen, wurden nicht nur Graukartons und Premium Naturpapiere bedruckt oder gestanzte Spielereien angefertigt, sondern auch noch kleine Überraschungen versteckt. Soviel Glanz und Glamour versprüht ansonsten nicht einmal Madonna.

PRODUKTFOTOS


© Photos by Anatole Serexhe

MONATSILLUSTRATIONEN

Produktionsdetails:

  • Größe: 28,7 cm x 35,0 cm
  • Umfang: 15 Blatt
  • Farbe: 4/0-farbig
  • Kalendarium: Maschinengraukarton 300 g/m²
  • Illustrationen: Soporset PrePrint 135 g/m²
  • Bindung: Wire-O

Tausend Dank geht dabei an unsere großartigen Künstler, ohne sie hätte es dieses Projekt in der Form nie gegeben. Hugs & kisses!

Außerdem natürlich ganz besonderen Dank an unsere Unterstützer:

Interview bei Popcultures

(März 2008)

Lieblingsempire - man mag von bilingualen Neologismen halten was man will, in diesem Fall passt er jedoch nur all zu gut. Genau danach haben Christoph Schwarze und Benjamin Bartosch nämlich gesucht: etwas das neu oder zumindest noch nicht in aller Munde ist, es aber bald sein könnte. Nun betreibt man mit jugendlichem, nicht aber naiv verblendetem Idealismus eine Plattform für Kunstprojekte aller Art, auf der sich Kulturjunkies aus allen Ecken zusammenfinden um gemeinsam zu Potte zu kommen. Weil bisher keiner schlau genug war, um kreative Ergüsse aus aller Welt Interessentengerecht zu komprimieren, erklären die beiden im popcultures-Interview Entstehungsprozess und Zukunftspläne.

Ich muss zugeben, dass mir zunächst etwas die Transparenz fehlte, was Euer Projekt anbelangt. Mir schien es so, als wolltet Ihr etwas starten ohne selbst eine genaue Richtung vorgegeben zu haben. Oder war das Teil Eurer Idee? Erst mit einem wild zusammengewürfelten, sich untereinander fremden Team ein gemeinsames Ziel erarbeiten und Lieblingsempire lediglich als Namen für Gruppendynamik walten zu lassen?

Christoph Schwarze: Gleich die schwerste und komplexeste Frage zum Einstieg, nicht schlecht. Aber um ehrlich zu sein - wir wollen uns mit dem Lieblingsempire auch gar keine Richtung vorgeben. Und wir wollten in der Tat auch einfach erst einmal etwas starten, irgendwas. Uns ging vieles auf den Sack: Schlechte Designs, diese ganzen sinnlosen Posergeschichten auf Youtube, das dreiviertelste Web 2.0. - diese Grundidee kann man auch produktiver nutzen. Ziel ist es also mit Gleichgesinnten etwas auf die Beine zu stellen, was über die Grenzen reiner Präsentationsplattformen a la Youtube oder Deviantart hinausgeht. Ob wir das Team der einzelnen Projekte “real” kennen oder nicht, ist egal - die Basis muss stimmen.

Benjamin Bartosch: Am Anfang war da sicher viel Sturm und Drang dabei, geleitet wurden wir aber vor allem von dem Interesse, was man erreichen kann, wenn man Dinge mal wirklich angeht und die schönen Gedanken nicht nur im Kopf verstauben lässt. Oft liegt es nämlich nur daran, dass man sich alleine nicht durchringen kann und man jemanden braucht, der mitzieht. Wir haben zwar zu zweit losgelegt, uns war aber klar, dass wir für die vielen Richtungen, die wir gerne einschlagen wollten, zahlenmäßig zu spärlich besetzt sind. Und nicht nur das, gerade der Austausch mit anderen gibt einem selbst neue Impulse, davon sollten alle profitieren. Ich würde uns jetzt einfach mal als Kommunikationsnerds bezeichnen, die auf der Suche sind nach motivierten Leuten, die genauso irren Spaß an spannenden Projekten haben wie wir – und im Idealfall natürlich noch was auf dem Kasten.

Was schwebte Euch vor, als Ihr dieses Projekt ins Leben gerufen habt? Stand direkt fest, dass Ihr Euch spontan inspirieren lassen würdet, um erst Interesse für ein bestimmtes Thema zu entwickeln? Oder ging es zunächst darum, eine “Marke” zu etablieren?

Benjamin Bartosch: Es ging nie darum solch eine Marke zu etablieren, die überall draufklebt, sondern vielmehr darum unseren Ideen ein Dach zu verleihen und einen Namen zu finden, mit dem man das alles identifizieren kann.

Christoph Schwarze: Zunächst ging es darum, spontan bestimmte Themen zu bearbeiten. Wir wollten uns kreativer an schon bestehende Dinge herantasten, als das bis jetzt oftmals der Fall war. Wir wollen uns auch thematisch nicht beschränken, dafür inspiriert uns alle doch täglich viel zu viel: Ein scheinbar belangloser Einkauf im Supermarkt genauso wie weltweite Rezession. Langfristig geht es schon darum, eine Art Marke zu etablieren - einen Spielplatz, der für alle offen ist. Irgendjemand schmeißt zum Beispiel die Idee in den Raum: “Lass uns eine Ausstellung machen”. Und wenn ein paar Leute Lust haben, setzen wir eben eine um. Vielleicht will aber auch nur irgendeine Band einen Flyer von uns gestaltet haben, auch darauf hat ein Grafiker bestimmt Lust.

Hat sich die Idee, nicht mit Kollegen, sondern völlig fremden Menschen zu arbeiten bei Euch von Beginn als eine der Hauptmotivationen festgesetzt? Der Gedanke, dass man sich nicht zwingend kennen muss, um gleiche kulturelle wie auch künstlerische Ideen zu verfolgen?

Christoph Schwarze: Vereinfachen wir das einmal ganz stark: Der Großteil des Webs besteht daraus, unter Bildern zu posten, dass die Frisur geil ist. Das bringt mir einen Scheiß, das ist verschwendete Zeit. Wir wollen neue Leute kennenlernen, mit ihnen arbeiten, uns selbst von ihnen inspirieren lassen. Diese Vielfältigkeit ist eine feine Sache. Die Frisur ist mir dabei total egal. Man baut sich somit ein Netzwerk auf, aus Leuten die etwa gleich ticken und die auch etwas machen wollen, die mit ihrer Kunst raus in die weite Welt wollen. Wir wollen das etwas bündeln. Und irgendwann mit allen eine riesige Party feiern.

Benjamin Bartosch: Auf der Party sollte die Frisur dann aber schon sitzen, sonst hagelt es wieder böse Kommentare. Aber mal im Ernst, mit scheinbar fremden Menschen zu arbeiten hat viele Vorteile, die bringen ihre eigene Welt einfach mit, wissen gar nicht wie man darauf reagiert, weil man sich eben noch nicht kennt. Das ist doch die schönste Art das ausgeleierte Konzept „Brainstorming“ zu praktizieren. Natürlich hat man gerne alte Freunde an Bord, aber die dürfen ja auch mitmachen.

Hat Euch der ganze Prozess, was die Mobilisierung von möglichen Interessenten angeht, nicht zwischendurch an den Rand der Verzweiflung getrieben? Ich stelle mir das zumindest als eine sehr aufwendige Sache vor.

Christoph Schwarze: Das auf jeden Fall. Das Aufwendigste ist die Kommunikation und genau dort scheitert auch das Meiste. Aber Kommunikation ist das A und O und die Welt ist groß, es gibt überall fähige Leute - man muss sie nur finden. Zudem ist es auch egal, ob ich eine E-Mail von Hamburg nach Bremen schicke oder von Berlin nach Buenos Aires, die Welt ist so klein wie nie zuvor. Regionalität ist im Internet nicht von Nöten.

Benjamin Bartosch: Leider erlebt man es immer wieder, dass einen Mails erreichen, deren Form die diverser Schmierzettel nur knapp übersteigt, daran verzweifelt man vielmehr. Ich war daher sehr erfreut, wie gut beispielsweise die Kommunikation im Verlauf der Kalenderplanung verlief, da hatten wir keine Probleme, trotz verschiedener Sprachen. Es gibt halt doch viele Leute, die wissen das Punkte und Kommata nicht nur für Smilys gut sind. Wenn das klappt, dann ist auch die Mailflut zu bewältigen. Die Motivation und Spontanität, mit der uns die Leute begegnet sind, hat uns natürlich ordentlich gefreut und in unserer Idee bestärkt. Wir wollen ja keine Massen rekrutieren, sondern eine handvoll Leute, das geht, zumal auch auf uns zugegangen wird.

Ihr habt nun einen Kalender für 2008 angefertigt, in dem für jeden Monat ein individuelles Bild von verschiedenen Künstlern angefertigt wurde. Hattet Ihr nicht die Befürchtung, dass, bei 12 verschiedenen Personen aus allen Teilen der Welt, so etwas wie eine Linie fehlt? Gibt es so etwas wie Vorgaben, an die sich jeder einzelne halten muss?

Benjamin Bartosch: Der erste Kalender 2007 entstand sehr spontan, hätte aber von Thematik und grafischer Umsetzung konzeptioneller nicht sein können. Natürlich hatten wir bei dessen Erstellung vor allem eine Menge Spaß, was man einzelnen Bildern ganz besonders ansieht. Die Zielvorstellungen waren damals also ganz andere. Der aktuelle Kalender war geplanter, scheint aber auf einige nicht so geradlinig und geschlossen zu wirken – das freut mich! Ich finde es schrecklich, zwölf Kreative per Biegen und Brechen auf ein Thema festzumünzen. Als Freunde der Abwechslung lag die Idee der Individualität einzelner Arbeiten in einem dennoch geschlossenem Werk für uns also auf der Hand. Jeder Monat eines Jahres hat auch viel eigenes, das ist doch schön. Genau dafür steht das Lieblingsempire.

Christoph Schwarze: In der Tat ist die Linie auf den ersten Blick schwer zu erkennen, aber genau das ist wiederum ein Anreiz sich genauer damit zu befassen. Wer darauf keinen Bock hat, soll es lassen. Auf Flüchtigkeit zielen wir nicht ab. Und wer genau hinschaut, wird sehen, dass es eine Linie gibt. Kalender über Katzenbabys gibt es genug, wir wollten einen, der vielfältig ist wie jeder einzelner dieser 365 Tage. Dass es trotzdem Vorgaben gibt, lässt sich nicht vermeiden. Das geht schon bei Größen und Auflösungen der Bilder los. Ansonsten soll jeder er selbst sein. Aber auch das beste Lieblingsempire funktioniert nicht ohne eine Art von gewissen Grundgesetzen.

Wie sahen Eure bisherigen Projekte bei Lieblingsempire aus? Was habt Ihr in Zukunft vor - seht Ihr Möglichkeiten, das Ganze auszubauen?

Christoph Schwarze: Unsere letzten Projekte waren allesamt sehr verstreut. Wir haben den Kalender dieses Jahr zum zweiten Mal gemacht. Auch haben wir uns mit der Gestaltung von Merchandise beschäftigt. Ein großes Fotoprojekt ist derzeit noch am Laufen. Im Grunde ging es noch gar nicht richtig los. Die Zukunft sieht so aus, dass wir uns erstmal eine Webseite basteln, um alle Aktivitäten besser zu bündeln, organisieren und auch präsentieren zu können. Den jährlichen Kalender wird es natürlich weiterhin geben. Aber wir wollen uns auch breiter aufstellen: wir wollen mit Journalisten oder auch Modedesignern zusammenarbeiten. Das Thema einer kollektiven Ausstellung ist natürlich immer aktuell. Aber eins nach dem Anderen.

Benjamin Bartosch: Bisher haben wir überall mal reingeschnuppert, nette Leute kennengelernt. Jetzt geht es aber erst richtig los. Was genau über laufende Projekte hinaus passieren wird, entscheidet eine lockere Dynamik, die Dinge, die uns begegnen und alle die an Bord sein wollen.

© Milan Werner / Popcultures

Lieblingsempire Calendar 2008

Es wird wohl zur Regelmäßigkeit werden, dass wir unter dem Banner unseres Lieblingsempire Jahr für Jahr einen streng limitierten Printkalender veröffentlichen. Nach dem letztjährigen Thema “London”, wird es 2008 um das Jahr selbst gehen – 12 erstklassige Designer aus 5 Nationen illustrieren je einen Monat und lassen damit den Kalender vielfältig erscheinen wie solch ein Jahr selbst.

Besonderer Dank gilt dabei folgenden großartigen Künstlern:

Für die Unterstützung danken wir außerdem:

Next,

Calendar 2009

Year 2009 is illustrated by: